Die Zukunft der Ballerspiele - Sterben Shooter bald aus?
Der Shooter durchlebt derzeit einen angespannten Zyklus seines Daseins, dabei ist er eines der dienstältesten Genres. Anfangs als Pseudo-3D in berühmten Spielen, die in Deutschland der BPjM zum Opfer fielen, bis zum optisch höchst ansprechenden 3D-Feuerwerk. Zur Jahrtausendwende war es im Übrigen das Genre, das die Menschen ins Netz und zu Mehrspieler-Gefechten geholt hat - lange vor den Rollenspielen.
Doch aktuell scheinen Shooter auf der Stelle zu treten. Früher waren sie das grafisch motivierte Zugpferd der Spielindustrie, doch seit Crysis herrscht praktisch Stillstand. Viele Spiele erscheinen als Crossplatform-Titel auf dem Markt und müssen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner kommen. PC-Optimierungen sind teuer und kaum lohnenswert. Zudem bedienen sich die meisten Entwickler bei einer Engine, deren Lizenz zum Verkauf angeboten wird. Einzig Crysis 2 weckt aktuell Hoffnungen auf einen optischen Schritt nach vorne, aber auch hier liegt alles noch in dichtem Nebel.
Doch der technische Stillstand ist nicht das einzige Problem des Shooters. Auch beim Gameplay hat sich seit Jahren wenig geändert. Zu Recht, werden viele sagen, denn ein Shooter ist eben ein Shooter - aber seit Jahren die gleichen Plots macht die Sache eben uninteressant und so droht dem Shooter, die Kundschaft wegzulaufen. Einige Ansätze, bei denen die Entwickler querdenken, haben in diesen Zeiten Erfolg - Borderlands zum Beispiel, das recht geschickt Rollenspielelemente einstreut. Aber besonders die Spieler, die schon ein paar Jahre dabei sind, verlieren immer mehr das Interesse an diesem Genre.
Die Entwickler tun sich auch nicht leicht, wenn sie spannende Settings finden wollen. Jahrelang musste man den Klassiker über sich ergehen lassen, den Zweiten Weltkrieg. Dann folgten ein paar Abstecher nach Vietnam und Call of Duty läutete den Modern Warfare ein. Seitdem wird hauptsächlich auf aktuellen Kriegsschauplätzen geballert. Das geht sogar soweit, dass Medal of Honor öffentlich in die Kritik gerät, weil der Spieler auf Seiten der Terroristen ins Geschehen eingreifen kann. Wenig zukunftssicher ist das, denn schnell verschwindet ein Spiel unter der Ladentheke. Wo will man also in Zukunft hin? Crytek scheint das sicherste Konzept zu haben, aber auch hier macht sich bereits Langeweile breit. Die Aliens kamen schon im ersten Teil nicht bei jedem gut an und die wenigsten empfinden Aliens in New York (Crysis 2) als absolutes "must-have-Novum".
Die Verkaufszahlen belegen das. Zwar hat Modern Warfare 2 alle Rekorde gesprengt, aber im Schnitt sind andere Genres heute erfolgreicher. Aus Activisions "Cashcow" Call of Duty dürfte auch langsam die Luft entweichen, vor allem bei den Spielern, die die Serie schon einige Zeit verfolgen.
Daher haben wir uns die Frage gestellt: Stirbt der Shooter aus? Wir sind brennend an eurer Meinung interessiert. Wie seht ihr die Zukunft des Shooter-Genres?